Platform3 works
20. März 2010 bis 07. April 2010
Platform3 feiert ihr einjähriges Bestehen mit einer Ausstellung und einem Wochenende der offenen Ateliers. Die Jubiläumsausstellung wurde von Heike Ander (Kuratorin kunstraum muenchen/Kunsthochschule für Medien Köln) und Kathleen Rahn (Direktorin Kunstverein Nürnberg – Albrecht Dürer Gesellschaft) gemeinsam mit den beteiligten Künstlerinnen und Künstlern zusammengestellt. Entsprechend des Jahresmottos der Platform3 „Arbeit“ zeigt die Ausstellung unter dem Titel „Platform3 works" Werke von Künstlerinnen und Künstlern, die in den 21 Ateliers der Platform3 arbeiten. Ausgehend von den unterschiedlichen Positionen der beteiligten Künstlerinnen und Künstlern gibt die Gruppenausstellung Einblicke in das hier stattfindende künstlerische Schaffen und zeigt durch die erstmalige gemeinsame Ausstellung nicht nur die Bandbreite, sondern auch Gegensätze, Gemeinsamkeiten und ungeahnte Zusammenhänge der Arbeiten der Ateliernachbarn dialogisch auf. Zu sehen sind unter anderem Installationen, Collagen, Objekte, Malerei, Fotografien und Videoarbeiten. Darüber hinaus laden am Wochenende 20./21. März 2010 die offenen Ateliers zum persönlichen Gespräch mit den Künstlerinnen und Künstlern und zur intensiveren Auseinandersetzung mit ihren Werken im Produktionskontext ein.
Eröffnung/ Katalogpräsentation: 19. März um 19 Uhr in der Platform3
Performance SUPER A "Common Sense": 20. März, 19 Uhr
Offene Ateliers: 20. März, 14 - 19 Uhr und 21. März, 12 - 17 Uhr
Junges Atelier "my platform": 21. März, 19 Uhr
Öffnungszeiten Ausstellung: Mo-Sa, 11-19 h und Mi, 12-20 h. Sonntags geschlossen
Teilnehmende Künstler: Jovana Banjac, Vinicio Bastidas, Annegret Bleisteiner, Rita de Muynck, Nana Dix, Judith Egger, Ina Ettlinger, Lucia Falconi, Nicola Hanke, Ute Heim, Margarete Hentze, Susanne Hesping, Monika Humm, Georgia Iliaki, Jens Kabisch, Jessica Kallage-Götze, Johannes Karl, Siyoung Kim, Patricia Lincke, Frank Maier, Silke Markefka, Nina Märkl, Marc Melchior, Masayo Oda, Wolfgang Stehle, James Sutherland, Stefanie Unruh, Nikolai Vogel, Jess Walter, Christian Weiß, Silvia Wienefoet, Stefan Wischnewski, Anne Wodtcke.
Performance SUPER A: Common Sense
Samstag, 20. März, 19 Uhr
Was wir heute unter dem Begriff Cargo-Kult fassen, entstand Anfang der sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts in den verstreuten Archipelen des Südpazifiks, besonders jener Melanesiens, und bezeichnet eine anthropologisch divers diskutierte Reihe von Kulten dieser Inseln, die seit dem Zweiten Weltkrieg bis Mitte der fünfziger Jahre von den USA als Stützpunkt ihres Militärs benutzt wurden.
Nachdem die Verbände der US Streitkräfte mit ihren nicht unerheblichen Reichtümern und ihrer Lebenskultur abgezogen waren, entwickelte sich eben jener Cargo-Kult. Die Inselbewohner der melanesischen Inselgruppe bauten fortan hölzerne Nachbildungen US-amerikanischer Kampfflugzeuge, rodeten den bis dahin unberührten Dschungel, errichteten Landebahnen und Flughangars. Mit der Kreation eines stehenden Heeres schließlich hofften sie, die Amerikaner mit ihrer Lebensweise zur Rückkehr bekehren zu können und ihre Schätze anzulocken. Es sollte endlich wieder Cargo regnen!
Was uns dabei als ein magischer „Primitivismus“ erscheinen mag, kann so nicht bestehen bleiben. Dies meint zumindest der melanesische Historiker SUPER A. In einer Erweiterung und kritischen Überprüfung der kulturellen Praktiken seiner Heimat geht SUPER A in seiner multi-medialen Präsentation eben diesen Vorurteilen über den Cargo-Kult nach. Thematisiert werden in seinem Vortrag Wirkungsmechanismus des Cargo-Kultes, Fragen der Simulation und Dissimulation bzw. der Techniken des Erwartungsmanagements.




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