ZEHNkampf | WAND ZU WAND |
17. September 2009 bis 19. September 2009
Eröffnung der Ausstellung: Mittwoch, 16. September 2009, 19.00 Uhr
Ausstellungsdauer: 17. bis 19. September 2009
Öffnungszeiten der Ausstellung: Do. und Fr. 10.00 - 18.00 Uhr / Sa. 11.00 - 17.00 Uhr
ZEHNkampf | Wand zu Wand | bildet den Auftakt zu einer Ausstellungsreihe in Kooperation mit der Akademie der Bildenden Künste München.
Johannes Brechter | Wona Cho | Karen Ernst | Johannes Evers | Funda Gül Özcan | Stephan Hutton | Florian Lechner | Claudia Marr | Kathrin Partelli | Angela Stiegler
Vom 16. bis 19. September zeigen 10 junge Künstler der Klasse für Bildhauerei Hermann Pitz im Rahmen des ersten Kooperationsprojekts mit der Akademie der Bildenden Künste München neue skulpturale Arbeiten, Rauminstallationen, Video- arbeiten und Performances im zentralen Ausstellungsbereich der PLATFORM3. Skulptural wie auch performativ übersetzen die Künstler die vorhandenen Strukturen in neue Formen. Neue Spuren werden gelegt, bereits vorhandene Spuren werden sichtbar gemacht. - Raum wird sowohl als motion im physischen Sinne wie auch als emotion in seiner psychologischen Bedeutung angesprochen und vielschichtig auf einer breiten Palette künstlerischer Spielarten vermittelt.
Die vielfältigen Kontextverschiebungen, Inszenierungen und die Neubesetzung eines gegebenen Raumes spielen immer wieder auf die Irritation gewohnter Raumwahrnehmung an, in der Verlust auch als befreiend erfahren werden kann.
Die Ausstellung wird von Jan T. Wilms kuratiert.
Einmalig wird am Abend der Eröffnung Funda Gül Özcan eine Performance durchführen, deren zurückbleibende Spuren als eigene Installation während der Dauer der Ausstellung bestehen bleiben. Florian Lechner arbeitet ebenfalls installativ, verfolgt jedoch den Ansatz, kleinteilige Reste, Staub, Fussel etc. als Spuren der Menschen, die in den Ateliers und Büros der PLATFORM3 arbeiten, skulptural in ein Objekt zu binden, das thematisch die Besetzung und Nutzung spezieller Räume aufnimmt. Karen Ernst erfährt die Wahrnehmung ihrer selbst in einer Sprungbewegung, die im Verhältnis und in Abhängigkeit zu einer Wand als Zeichnung auf dieser sichtbar dokumentiert wird. Johannes Brechter bedient sich eines metallenen ready-mades, das er – seiner ursprünglichen Funktion beraubt – im Kontext der Ausstellung als plastisches Raumobjekt mit seinen eigenen ästhetischen reflektorischen sowie haptischen Eigenschaften thematisiert. Daneben spielt er in seinen Überklebungen, die sich zwischen zweidimensionalem Bild und Relief bewegen, mit der Dekonstruktion von Schrift und Bildern, um die zahlreichen sinn- und funktionszuweisenden ‚Codes’ unserer alltäglichen Umgebung aufzubrechen. Johannes Evers abstrahiert auf humorvolle Weise die gegen Ende des 18. Jh. in Mode gekommene Darstellung kunsthistorisch bedeutsamer Werke der Malerei und Plastik, der tableaux vivants (frz. ‚lebende Bilder’), und übersetzt sie in das zeitgenössische Medium des Videos. Für die Ausstellung ZEHNkampf verarbeitet Evers das Gemälde Das Floß der Medusa von Théodore Géricault. Akteure sind Künstler und das Team der PLATFORM3. Angela Stiegler taucht den Raum in das Licht einer künstlich projizierten Sonne, deren Strahlungswinkel und Bewegung nur ihrem eigenen Gang folgt und damit unsere gewohnte Empfindung von (Tages-/Jahres-)Zeit herausfordert. Wona Cho und Claudia Marr stellen in ihren Arbeiten skulpturale Bezüge zu charakteristischen architektonischen Elementen der Ausstellungsräume her, wohingegen Stephan Hutton mittels des Mediums Fotographie einen szenischen Ausschnitt der unmittelbaren Umgebung der PLATFORM3 in den Ausstellungsraum transportiert. Kathrin Partelli schließlich füllt das Zentrum des Ausstellungsbereichs mit einer fragilen Holzkonstruktion, deren über ihren handwerklichen Charakter hinausweisende subtile Überlegungen zur Überschreitung von Grenzen, des Verhaltens, Erlebens und Bewusstseins Raum für eigene Erinnerungen und neue Impulse schafft.




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