A8 Richtung Wien

22. April 2010 bis 05. Mai 2010

Ausstellung – Installation – Ortsbezogene Projekte – work in progress

Finissage Mi, 5.5.2010, 19.00 Uhr
zum Vortrag von Gabi Ngcobo
Die Arbeit des Leiharbeiters Andreas Famillers wird präsentiert!

Mi, 21.4.2010
19.00 Uhr Eröffnung mit den beteiligten Kooperationspartnern
19.30 Uhr „Wohlstand für alle“, Film, Diskussion und Meinungstisch mit dem Künstler Martin Krenn
20.30 Uhr Musikperformance von Kosmoprolet (Novosibirsker Kohlenminenarbeiterband)

Platform3 lädt zwischen 22.4. und 5.5.2010 Wiener und Münchner Künstler ein, um verschiedene Aspekte von Erwerbsarbeit zu untersuchen. Dabei wird der österreichische Fokus des Kooperationsprojekts mit dem Rahmenthema „Arbeit“ der Platform3 verbunden.
Produktionsbedingungen und –kontexte werden hinterfragt und umgedeutet. Arbeitsmigration in die EU und die A8 als zentrale Ost-West Verbindung werden behandelt. Es wird eine Agentur für Leiharbeit outgesourced und darüber hinausgehende Fragestellungen jenseits der Lohnarbeit entfaltet. Prozessuale, offene Ausstellungsformate werden erprobt und die Frage nach politischer und gesellschaftlicher Wirksamkeit von Kunst implizit angesprochen.

Gesamtprogramm zum Download


Beteiligte Künstler und Initiativen: Andreas Familler (München), Kosmoprolet (Wien), Michael Hieslmair (Wien), Martin Krenn (Wien), Lernen am Bau (München), monochrom (Wien), Oliver Ressler (Wien), Silvia Wienefoet (München), Michael Zinganel (Wien)

Kooperationspartner
: Kultur & Mehr - Bürgersaal Fürstenried, Münchner Volkshochschule, Münchner Stadtbilbiothek Fürstenried

Mit freundlicher Unterstützung des Österreichischen Generalkonsulats München, des Bezirksausschuss 19 der Landeshauptstadt München und Baugeräte Geith und Niggl.


           

 


One way stop and go, Michael Zinganel und Michael Hieslmair (Wien)

Die A8 ist eine der Hauptstrecken für europäische Mobilität und Migration. Über eine serielle, vergleichende Recherche an mehreren Haltepunkten entlang der Strecke werden transnationale Routen und lokaler Arbeitsalltag verknüpft und es lassen sich Rückschlüsse auf regionalen Strukturwandel ziehen: Autohöfe und LKW- Fahrer, Tankstellen und SB- Kassiererin, Rastplätze und Reisegruppen. Michael Zinganel und Michael Hieslmair werden ihre Recherchen und Spurensicherungen, die sie im Selbstversuch auf dem Weg nach München erforschen, im zentralen Raum der Platform3 in einer ortspezifischen Installation abbilden.

Dienstleistung: Fluchthilfe, Oliver Ressler und Martin Krenn (Wien)

Das Video Dienstleistung: Fluchthilfe von Oliver Ressler und Martin Krenn zeigt Arbeitsmigration unter einem weiteren Gesichtspunkt. Die Grenzen der EU sind für Flüchtlinge häufig gar nicht oder nur unter nicht legalen Bedingungen zu überwinden. In vier Abschnitten (Wer darf migrieren?“, „Feiern und abschotten“, „Zur Fluchthilfe“ und „Gegen Rassismus“) nimmt sich das Video anhand von Gesprächen dieser Thematik an und stellt positive Aspekte von Begriffen wie „Schlepper“ oder „Schleuser“ heraus. Der Dienstleistungscharakter dieses Gewerbes wird hervorgehoben und die hegemonialen Darstellungsmuster von „Fluchthilfe“ und Migration hinterfragt.

Wohlstand für alle, Martin Krenn (Wien)

In einem umfassenden Projekt, welches bereits in ähnlicher Form beim Festival der Regionen 2009 in Linz stattfand, beleuchtet Martin Krenn die Diskussionen um Armut, Grundeinkommen und Gerechtigkeit.
Es wird ein Meinungstisch entstehen, der von den Besuchern beschrieben werden kann und nach dem Bewusstsein der Bevölkerung zu Demokratie und Wohlstand fragt. Teilweise sind dort bereits Antworten österreichischer Bürger eingefügt, so dass Meinungen verglichen werden können. Dieser Tisch wird in der Ausstellung ständig präsent und beschreibbar sein.
Geben Sie Ihr Statement auch per Mail an oder über die Veröffentlichung des Sendlinger Anzeigers ab.

Kiki and Bubu, monochrom (Wien)

monochrom präsentieren mit den philosophischen Sockenpuppen Kiki and Bubu Lektionen in Neoliberalismus: freie Märkte, Angebot und Nachfrage, Networking und New Economy werden in sokratischem Dialog unter die Lupe genommen. "Bubu wants to know why his dad is busy all the time. And Kiki explains him why... because of the neoliberal shift."
Die Kurzfilme mit den Sockenpuppen sind in der Ausstellung über den gesamten Zeitraum zu sehen.

Go active(at)platform3, Andreas Familler (München)

Speziell für A8 Richtung Wien sourced Platform3 eine Leiharbeitsagentur aus: „Go active(at)platform3“ Im eigens aufgestellten Container wird Andreas Familler als Gastarbeiter wohnen, schlafen und seiner täglichen Arbeit nachgehen. Über den Zeitraum von zwei Wochen wird in Handarbeit eine skurrile Zimmerkonstruktion entstehen, die als Kunstobjekt in die Sammlung Familler eingeht und anschließend tatsächlich nutzbar in eine Wohnung eingebaut wird. Das Arbeitsmodell Künstler und Kreativarbeiter als flexible, selbständige Arbeitskraft wird hinterfragt. Der Status eines Kunstwerks als einerseits betrachtbar und andererseits nutzbar wird offen gelegt.

Meins ist meins ist meine Arbeit, Silvia Wienefoet (München)

Die künstlerische Arbeit "Meins ist meins ist meine Arbeit" reflektiert die Frage, wem die eigene Arbeit gehört.
TeilnehmerInnen des Qualifizierungsprogrammes Lernen am Bau werden gebeten,  photographisch ein Bild der eigenen Arbeit zu machen. Jeder Teilnehmer, jede Teilnehmerin bekommt eine Einwegkamera mit 36 Bildern mit der Bitte, die eigene Arbeit, das eigene Arbeiten zu photographieren. Es gibt keinerlei Vorgabe, ob es das private oder angestellte Arbeiten oder der Arbeitsprozess oder das Arbeitsprodukt gemeint ist.
Ausgewähtle Arbeiten werden im Rahmen der Ausstellung A8 Richtung Wien gezeigt.
Wem gehört die Arbeit?

In Zusammenarbeit mit Lernen am Bau

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