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Lecture Series 2010: Contemporary Curatorial Practices #2

26. Mai 2010 - 19:00 Uhr

International agierende Kunstschaffende und KuratorInnen sowie dynamische Ausstellungsformate bestimmen derzeit die Theoriebildung neuester Kunstströmungen. Doch welche Effekte produzieren diese neuen Ausstellungsformate?
Dieser Frage geht Platform3 - dank einer Kooperation mit den ifa-Galerien Stuttgart und Berlin - in einer zweiten Staffel der Vortragsreihe Contemporary Curatorial Practices 2010 nach. Zu Gast sind junge, international arbeitende KuratorInnen und Künstlerkollektive aus der Türkei, Frankreich, Südafrika und Rumänien. Im Fokus ihrer Vorträge stehen die Diskussion ihres kuratorischen Selbstverständnisses, aktuelle Projekte und die jeweiligen Arbeitsbedingungen vor Ort. Die Veranstaltungen bieten Münchner Kulturschaffenden und Kunstinteressierten die Gelegenheit, mehr über kuratorische Ansätze und Projekte aus erster Hand zu erfahren.

Alle Vorträge finden in den Räumen der Platform3 München statt, sind in englischer Sprache und kostenfrei.

 

 VERGANGENE VORTRÄGE:

  • 24.03.2010, 19 Uhr, Övül Durmuşoğlu (Türkei)
    In Kooperation mit dem Institut für Auslandsbeziehungen e.V., ifa-Galerie Stuttgart.
  • 7.04.2010, 19 Uhr, Campement Urbain (Frankreich)
  • 5.05.2010, 19 Uhr, Gabi Ngcobo (Südafrika)
    In Kooperation mit dem Institut für Auslandsbeziehungen e.V., ifa-Galerie Stuttgart.
  • 26.05.2010, 19 Uhr, Cosmin Costinaş (Rumänien / Niederlande)
    In Kooperation mit dem Institut für Auslandsbeziehungen e.V., ifa-Galerie Stuttgart.

 

VERGANGENE VORTRÄGE:

24. März 2010, Övül Durmuşoğlu (Türkei)
Kann es sein, dass das Thema „Differenz“ in unserer Zeit ein ebenso massenproduzierter Artikel ist wie eine Latte von Starbucks? Ihrem Interesse am Denken um kulturelle Differenz folgend, untersucht die junge internationale Kuratorin Övül Durmuşoğlu die unsichtbaren Trennlinien, die genau dadurch entstehen können. In ihrem Vortrag wird sie visuelle und konzeptuelle Hintergründe zu ihrem kommenden Projekt Another Country für die ifa-Galerie Stuttgart offen legen.

Die Kuratorin und Kritikerin Övül Durmuşoğlu lebt und arbeitet in Istanbul. Sie initiierte Projekte wie die (Street)Performance und Diskussionsreihe EXOCiTi und arbeitet im öffentlichen Raum. 2008 realisierte sie die Ausstellung Data Recovery in der Gamec-Galerie in Bergamo und erhielt dafür den Lorenzo Bonaldi Preis für junge Kuratoren. Als Rave-Stipendiatin arbeitet sie derzeit an der der Ausstellung Another Country für die IFA-Galerie Stuttgart.

In Kooperation mit dem Institut für Auslandsbeziehungen e.V., ifa-Galerie Stuttgart.

7. April 2010, 19 Uhr: Campement Urbain: Sylvie Blocher und Francois Daune (Frankreich)
"Wasted time" in the process of Campement Urbain
Zeit soll, so die kapitalistische Logik, effektiv und produktiv genutzt werden. Somit ist "vergeudete" Zeit also ein Luxusgut, das die Wiederaneignung von Zeit (und dem eigenen Ich) ermöglichen kann. Augenscheinliche "Unproduktivität" ist zentrales Element in der Arbeit des Pariser Kollektivs Campement Urbain, das in seinem Vortrag Gegenstrategien zu konsumeristisch-liberalen Gesellschaftsmodellen entwirft: es geht dabei um das Gegenteil von wirtschaftlich "produktiver" Arbeit.
Die spezifische Arbeitsweise von Campement Urbain, die aktiv auf Teilhabe am künstlerischen Prozess abzielt, wurde von Jaques Rancière in seinem jüngsten Buch "Le spectateur émancipé" (2009) analysiert.

Campement Urbain wurde 1999 von der Videokünstlerin Sylvie Blocher gegründet und operiert als Kollektiv, das in unterschiedlicher Besetzung weltweit Projekte im Stadtraum umsetzt. Interdisziplinär, un-spezifisch und oft temporär schafft Campement Urbain urbane Situationen, die Bezugspunkte zu ihren Bewohnern erzeugen und diesen neue Perspektiven eröffnen. Nach Projekten in Frankreich (Je et Nous, 2003-2008), Ausstellungen auf der Biennale von Venedig 2003 sowie im Centre Pompidou Paris (2007), realisierte Campement Urbain in der Favela von Tiradentes in Sao Paolo das Projekt Antecameras de Spacio Publico (2009) und arbeitet derzeit in Penrith, Australien an dem Projekt The Panthers of the Future - The Future of the Panthers.

5. Mai 2010, 19 Uhr
Gabi Ngcobo (Südafrika)
"Please Remove Your Shoes"
„Please Remove Your Shoes“ ist der Titel einer Reihe von Vorträgen Gabi Ngcobos in Berlin, Suttgart und München. Diese beleuchten Fragestellungen zu Migration, durchlaufen dabei kleine und große Gebiete und Länder, agieren lokal und global und versuchen, ausgehend von einer südafrikanischen Perspektive, künstlerische und kuratorische Entwicklungen der letzten Jahre aufzuzeigen. Ebenso werden die Vorträge auf die kollaborative Praxis und kuratorischen Strategien Ngcobos eingehen, mit denen Sie in Südafrika und auch andernorts experimentierte.

Ngcobo war Stipendiatin der New Yorker Ampersand Foundation (2007) und des Londoner Kingston University Curatorial Fellowship (2008). Ihre Textbeiträge sind in verschiedenen Veröffentlichungen und Katalogen, wie in Art South Africa, Art Throb, n.paradoxa sowie im Katalog zu der ifa-Tourneeausstellung „Prêt-à-partager“ zu finden. Sie ist Ford Fellow im Center for Curatorial Studies des Bard College, New York.

In Kooperation mit dem Institut für Auslandsbeziehungen e.V., ifa-Galerie Stuttgart.
 

26. Mai 2010, 19 Uhr, Cosmin Costinaş
(Rumänien/Niederlande)

Cosmin Costinas wird sich in seinem Vortrag den Fragen, die sich rund um die Realisation seiner Ausstellungsprojekte Like an Attali Report, but different: On fiction and political imagination für Kadist Art Foundation in Paris (2008) und After the Final Simplification of Ruins. Forms of historiography in given places am Centro Cultural Montehermoso Kulturunea in Vitoria-Gasteiz (2009) ergaben, widmen. Costinas wird insbesondere auf die intellektuellen und kontextualen Bedingungen der Projekte, die Fragen und Probleme die während des Arbeitsprozesses auftraten und die kuratorische Methodologie eingehen.

Cosmin Costinaş (*1982) arbeitet derzeit als Kurator am BAK - Basis voor actuele kunst in Utrecht (NL). Dort realisierte er die Ausstellung Surplus Value mit Werken von Mona Vătămanu und Florin Tudor und war Mitherausgeber ihrer ersten Monographie. Er ist beratendes Mitglied des Programmes PATTERNS, der ERSTE Stiftung (Wien) und war einer der Herausgeber des Magazins der Documenta 12 (Kassel, 2005-2007). Jüngst von Cosmin Costinas kuratierte Projekte sind Like an Attali Report, but different: On fiction and political imagination, Kadist Art Foundation, Paris (2008) sowie After the Final Simplification of Ruins. Forms of historiography in given places, Centro Cultural Montehermoso Kulturunea, Vitoria-Gasteiz (2009).

In Kooperation mit dem Institut für Auslandsbeziehungen e.V., ifa-Galerie Stuttgart.

 

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