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HB LANKOWITZ - RABIES IN SPACE

20. April 2011 bis 27. Mai 2011

Das Künstlerkollektiv hb lankowitz, bestehend aus Brigitta Reuter und Hubert Hasler, begibt sich in ihrer Serie Rabies in space auf eine Reise. Zurückversetzt in längst vergangene Zeiten des Fotografierens, spüren sie im doppelten Sinne ihren Ahnen nach.

Zum einen erforschen sie ihr Medium, die Fotografie, indem sie allem High-Tech der Bildproduktion trotzen und auf das urtümliche (recht simple) Prinzip der Camera obscura zurückgreifen. Ein länglicher Kasten von ca. 1m Länge und 20cm Breite/Höhe wird kurzerhand zur Kamera. Es genügt ein kleines Loch an der Stirnseite und eingeklemmtes Fotopapier im richtigen Relationsverhältnis; den Rest macht das einfallende Licht. Im digitalen Zeitalter, in dem Fotos nahezu leichtfertig geschossen werden, lässt sich hier die eigentliche Magie des Bildwerdens nachspüren: Fotografie in seiner ursprünglichen Bedeutung „mit Licht zeichnen"̋ (altgriechisch φῶς, phos, φωτός, photos, „Licht"̋ und γράφειν, graphein, „zeichnen"̋).
Es bedarf schlicht Zeit, bis sich die Szene, die es abzulichten gilt, auch tatsächlich auf das Papier übertragen hat. Die Bilder benötigen Geduld und absolute Bewegungslosigkeit, von einer Momentaufnahme kann also nicht die Rede sein. Es gilt wie zu Urzeiten der Fotografie oder der Porträtmalerei inne zu halten, ganz konträr zur nahezu nebensächlichen Bildproduktion digitaler Medien. Das Foto wird zur Pose, will man ein konkretes Bild erzeugen. hb lankowitz hat über ein Jahr mit der Camera obscura experimentiert, bis sie zu ihrem Ausdruck fanden und wurde zu Forschern ihrer künstlerischen Ahnen.

Eine ganz andere Ahnenforschung betreibt die Bildsprache. Die Motivwahl verweist autobiographisch auf die österreichische Herkunft und stellt den Bezug zu familiärem Brauchtum her.
Ein Fuchs mutiert dabei zum Hauptmotiv der Serie, wütet wie der Titel "Rabies in space" anklingen lässt toll im Raum. In der Tat suggerieren die Fotografien ein Tier, das ganz fern seines natürlichen Lebensraumes durch Ateliers und Korridore eines für den Kunstbetrieb hergerichteten Industriegebäudes streift.
Die technischen Eigenheiten erzeugen eine Ästhetik, die gerade da sie kein messerscharfes Bild liefern, eine gewisse Aura versprüht. Hell-Dunkel-Kontraste bestimmen die Szenerie. Schattierungen wecken eine Atmosphäre, die mit Mystisch bis Obskur zu bestimmen ist. Was sich Geheimnisvolles dahinter verbergen mag, entzieht sich einer eindeutigen Zuschreibung.
Weitere Bildmotive potenzieren diesen Eindruck, zeigen einen Turm aus Säcken mit handelsüblicher Graberde, romantisierende Landschaftaufnahmen oder die Künstler in Person, wie sie gedankenverloren den Blick in die Ferne streifen lassen.
Bei dem Fuchs handelt es sich jedoch nicht um ein lebendes Tier, sondern um die ausgestopfte Jagdtrophäe aus dem Familienerbe. Die Klammer des Dokumentarischen, die dem Medium Fotografie anhaftet, wird hier mit einem Augenzwinkern gebrochen und in einem Zug die Herkunft als identitätsstiftender Faktor liebevoll ironisiert.

Die Ausstellung im Referat für Arbeit und Wirtschaft montiert verschiedene Ebenen und Entwicklungsphasen zu einem vereinten Bild. Neben großformatigen Foto-Prints in einer losen Hängung verweist eine szenische Installation auf die Entstehungsprozesse der Fotografien. Kleinformatigere Arbeiten von Landschaften, präsentiert in einer Vitrine, vervollständigen mit einer nostalgischen Note die Ausstellung.
 

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